Die Ausgangslage: Was kostet eine Anlage 2026?
Die Preise für Photovoltaikanlagen sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Laut aktuellen Marktanalysen liegen die Kosten pro Kilowattpeak 2026 im Durchschnitt bei rund 1.100 bis 1.400 Euro für mittlere Anlagengrößen von 5 bis 10 kWp. Für ein typisches Einfamilienhaus mit einer 8-kWp-Anlage ergeben sich damit Gesamtkosten zwischen 14.000 und 20.000 Euro, je nach Modultyp, Dachbeschaffenheit und Installationsaufwand.
Ein Batteriespeicher mit 8 kWh Kapazität kostet zusätzlich 5.000 bis 8.000 Euro. Die Betriebskosten liegen bei 100 bis 500 Euro pro Jahr — für Wartung, Versicherung und gelegentliche Reinigung.
Die Ertragsseite: Was produziert eine 8-kWp-Anlage?
In Deutschland erzeugt ein Kilowattpeak installierter Leistung im Jahresmittel rund 1.000 Kilowattstunden Strom. In Süddeutschland — Baden-Württemberg, Bayern — sind es dank höherer Sonneneinstrahlung bis zu 1.100 kWh. Eine 8-kWp-Anlage in Schorndorf kommt also auf etwa 8.000 bis 8.800 kWh pro Jahr.
Bei einem Strompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde entspricht das einem Gegenwert von 2.960 bis 3.256 Euro pro Jahr — vorausgesetzt, Sie verbrauchen den gesamten Strom selbst. Realistisch ist das ohne Speicher nicht.
Die Eigenverbrauchsquote: Der entscheidende Hebel
Ohne Batteriespeicher liegt der Eigenverbrauchsanteil einer typischen Anlage bei 25 bis 35 Prozent. Der Rest wird ins Netz eingespeist und mit der Einspeisevergütung von aktuell rund 7,94 Cent pro Kilowattstunde vergütet — deutlich weniger als die 37 Cent, die Sie für Netzstrom zahlen.
Mit einem passenden Speicher steigt der Eigenverbrauch auf 60 bis 70 Prozent. Die Rechnung verändert sich dramatisch:
- Ohne Speicher: 8.000 kWh × 30 % Eigenverbrauch × 0,37 € = 888 € Ersparnis + 5.600 kWh × 0,0794 € Einspeisung = 445 € → Gesamt: 1.333 €/Jahr
- Mit Speicher: 8.000 kWh × 70 % Eigenverbrauch × 0,37 € = 2.072 € Ersparnis + 2.400 kWh × 0,0794 € Einspeisung = 191 € → Gesamt: 2.263 €/Jahr
Die Amortisationsformel zum Nachrechnen
Die einfache Amortisationszeit berechnet sich so:
Amortisation (Jahre) = Gesamtkosten der Anlage / Jährlicher finanzieller Vorteil
Beispiel ohne Speicher: 16.000 € / 1.333 € = 12 Jahre. Beispiel mit Speicher (Gesamtkosten 22.000 €): 22.000 € / 2.263 € = 9,7 Jahre. Berücksichtigt man die Einspeisevergütung über 20 Jahre und die steigenden Strompreise, verkürzt sich die reale Amortisation weiter.
Nach der Amortisation produziert die Anlage noch 15 bis 20 Jahre lang Strom — praktisch zum Nulltarif. Die Betriebskosten von 100 bis 500 Euro pro Jahr sind im Verhältnis zur Ersparnis marginal.
Was die Rechnung beeinflusst
Vier Faktoren bestimmen, ob Ihre Anlage eher 7 oder eher 14 Jahre braucht:
- Dachausrichtung und Neigung: Ein Süddach mit 30 bis 40 Grad Neigung bringt den höchsten Ertrag. Ost-West-Dächer produzieren 15 bis 20 Prozent weniger, verteilen die Erzeugung aber gleichmäßiger über den Tag.
- Verschattung: Schon ein einzelner Baum, der im Winter Schatten wirft, kann den Ertrag einer gesamten Modulreihe mindern. Eine professionelle Verschattungsanalyse ist Pflicht.
- Strompreisentwicklung: Jede Erhöhung um 1 Cent pro kWh verkürzt die Amortisation um mehrere Monate. Bei 40 Cent statt 37 Cent rechnet sich dieselbe Anlage ein Jahr schneller.
- Eigenverbrauchsverhalten: Wer Waschmaschine, Spülmaschine und E-Auto mittags laufen lässt, wenn die Sonne scheint, erhöht seinen Eigenverbrauch ohne Speicher auf 40 bis 50 Prozent.
Die Einspeisevergütung: 20 Jahre Sicherheit
Wer 2026 eine Anlage in Betrieb nimmt, sichert sich den aktuellen Einspeisevergütungssatz für 20 Jahre. Das EEG garantiert diese Vergütung ab Inbetriebnahme — unabhängig von künftigen politischen Entscheidungen. Für Anlagen bis 10 kWp liegt der Satz bei rund 7,94 Cent pro Kilowattstunde für den nicht selbst verbrauchten Strom.
Das ist kein Reichtum — aber es ist eine garantierte Einnahme über zwei Jahrzehnte. Und es macht die Anlage auch dann wirtschaftlich, wenn der Eigenverbrauch geringer ausfällt als geplant.
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