Ratgeber · Wirtschaftlichkeit

Amortisation in 7 bis 10 Jahren: So rechnen Sie richtig

Keine Werbeversprechen, nur Mathematik. Die Formel, mit der Sie jede Solaranlage selbst bewerten können.

Taschenrechner und Notizblock mit Amortisationsberechnung neben einem Solarmodul

Die Ausgangslage: Was kostet eine Anlage 2026?

Die Preise für Photovoltaikanlagen sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Laut aktuellen Marktanalysen liegen die Kosten pro Kilowattpeak 2026 im Durchschnitt bei rund 1.100 bis 1.400 Euro für mittlere Anlagengrößen von 5 bis 10 kWp. Für ein typisches Einfamilienhaus mit einer 8-kWp-Anlage ergeben sich damit Gesamtkosten zwischen 14.000 und 20.000 Euro, je nach Modultyp, Dachbeschaffenheit und Installationsaufwand.

Ein Batteriespeicher mit 8 kWh Kapazität kostet zusätzlich 5.000 bis 8.000 Euro. Die Betriebskosten liegen bei 100 bis 500 Euro pro Jahr — für Wartung, Versicherung und gelegentliche Reinigung.

1.100–1.400 € / kWp Durchschnittliche Anlagenkosten 2026 für schlüsselfertige Installationen (photovoltaik.org, Finanztip)

Die Ertragsseite: Was produziert eine 8-kWp-Anlage?

In Deutschland erzeugt ein Kilowattpeak installierter Leistung im Jahresmittel rund 1.000 Kilowattstunden Strom. In Süddeutschland — Baden-Württemberg, Bayern — sind es dank höherer Sonneneinstrahlung bis zu 1.100 kWh. Eine 8-kWp-Anlage in Schorndorf kommt also auf etwa 8.000 bis 8.800 kWh pro Jahr.

Bei einem Strompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde entspricht das einem Gegenwert von 2.960 bis 3.256 Euro pro Jahr — vorausgesetzt, Sie verbrauchen den gesamten Strom selbst. Realistisch ist das ohne Speicher nicht.

Die Eigenverbrauchsquote: Der entscheidende Hebel

Ohne Batteriespeicher liegt der Eigenverbrauchsanteil einer typischen Anlage bei 25 bis 35 Prozent. Der Rest wird ins Netz eingespeist und mit der Einspeisevergütung von aktuell rund 7,94 Cent pro Kilowattstunde vergütet — deutlich weniger als die 37 Cent, die Sie für Netzstrom zahlen.

Mit einem passenden Speicher steigt der Eigenverbrauch auf 60 bis 70 Prozent. Die Rechnung verändert sich dramatisch:

7 bis 10 Jahre Typische Amortisationszeit einer Solaranlage in Deutschland bei aktuellen Strompreisen (Sparkasse / Finanztip, 2026)

Die Amortisationsformel zum Nachrechnen

Die einfache Amortisationszeit berechnet sich so:

Amortisation (Jahre) = Gesamtkosten der Anlage / Jährlicher finanzieller Vorteil

Beispiel ohne Speicher: 16.000 € / 1.333 € = 12 Jahre. Beispiel mit Speicher (Gesamtkosten 22.000 €): 22.000 € / 2.263 € = 9,7 Jahre. Berücksichtigt man die Einspeisevergütung über 20 Jahre und die steigenden Strompreise, verkürzt sich die reale Amortisation weiter.

Nach der Amortisation produziert die Anlage noch 15 bis 20 Jahre lang Strom — praktisch zum Nulltarif. Die Betriebskosten von 100 bis 500 Euro pro Jahr sind im Verhältnis zur Ersparnis marginal.

Was die Rechnung beeinflusst

Vier Faktoren bestimmen, ob Ihre Anlage eher 7 oder eher 14 Jahre braucht:

Die Einspeisevergütung: 20 Jahre Sicherheit

Wer 2026 eine Anlage in Betrieb nimmt, sichert sich den aktuellen Einspeisevergütungssatz für 20 Jahre. Das EEG garantiert diese Vergütung ab Inbetriebnahme — unabhängig von künftigen politischen Entscheidungen. Für Anlagen bis 10 kWp liegt der Satz bei rund 7,94 Cent pro Kilowattstunde für den nicht selbst verbrauchten Strom.

Das ist kein Reichtum — aber es ist eine garantierte Einnahme über zwei Jahrzehnte. Und es macht die Anlage auch dann wirtschaftlich, wenn der Eigenverbrauch geringer ausfällt als geplant.

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