Ratgeber · Photovoltaik

5,7 Millionen Anlagen: Was der Solar-Boom für Ihr Dach bedeutet

Deutschland baut Solaranlagen wie nie zuvor. Und trotzdem reicht es nicht. Die Zahlen im Detail.

Luftaufnahme einer Wohnsiedlung mit zahlreichen Photovoltaikanlagen

Der Bestand: 5,7 Millionen Anlagen, 98 Gigawatt

Ende 2025 waren in Deutschland rund 5,7 Millionen Photovoltaikanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von etwa 98 Gigawatt in Betrieb. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes und der Branchenverbände hervor. Bereits im März 2025 hatte Destatis 4,2 Millionen Anlagen gemeldet — der Zuwachs innerhalb eines Jahres zeigt das Tempo.

Zum Vergleich: 2015 waren es knapp 1,5 Millionen Anlagen mit 40 GW. In zehn Jahren hat sich die Zahl der Anlagen fast vervierfacht, die Leistung mehr als verdoppelt.

92 TWh Solarstromerzeugung in Deutschland im Jahr 2025 — das entspricht 17 Prozent des Bruttoinlandsstromverbrauchs (Fraunhofer ISE)

Der Zubau 2025: Rekord und Delle zugleich

Im Jahr 2025 wurden rund 880.000 neue Anlagen mit einer Leistung von etwa 16,6 Gigawatt installiert. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Rekordjahr 2024 (16,7 GW), liegt aber deutlich über den Werten vor 2022. Der Rückgang betrifft vor allem kleine Balkonkraftwerke, während die Nachfrage nach Dachanlagen für Einfamilienhäuser stabil blieb.

Die Bundesregierung peilt bis 2030 eine installierte Leistung von 215 GW an. Bei einem Zubau von 16 bis 17 GW pro Jahr wird dieses Ziel rechnerisch erreicht — allerdings nur, wenn das Tempo nicht weiter nachlässt.

Was 17 Prozent Solarstrom konkret bedeuten

17 Prozent des deutschen Stroms kamen 2025 aus Photovoltaik. Das klingt nach viel, ist aber im Kontext zu sehen: An sonnigen Sommertagen deckt Solar zeitweise über 50 Prozent des Verbrauchs, an trüben Dezembertagen unter 2 Prozent. Die Jahreszahl glättet diese Extreme.

Für den einzelnen Haushalt heißt das: Wer seinen Strom selbst produziert, ist nicht auf die 17 Prozent angewiesen, sondern erzeugt seinen eigenen Anteil. Eine 8-kWp-Anlage auf einem Süddach in Baden-Württemberg produziert rund 8.000 bis 8.500 kWh pro Jahr — genug, um den typischen Verbrauch eines Vier-Personen-Haushalts (4.000 bis 4.500 kWh) rechnerisch zu decken.

1.000 kWh pro kWp Durchschnittlicher Jahresertrag einer Photovoltaikanlage in Deutschland — in Süddeutschland bis zu 1.100 kWh (Fraunhofer ISE)

Die energetische Amortisation: 1 bis 2 Jahre

Ein häufiges Argument gegen Solar: Die Herstellung der Module koste mehr Energie, als sie je einsparen. Das Umweltbundesamt stellt klar: Photovoltaikanlagen ohne Batteriespeicher amortisieren sich energetisch nach durchschnittlich ein bis zwei Jahren. Das heißt, nach dieser Zeit hat die Anlage so viel Energie produziert, wie für ihre Herstellung, den Transport und die Installation aufgewendet wurde.

Bei einer technischen Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren produziert eine Anlage also 23 bis 29 Jahre lang netto saubere Energie. Das ist eine der besten Energiebilanzen aller Stromerzeugungstechnologien.

Warum Ihr Dach trotzdem noch frei ist

Bei 5,7 Millionen Anlagen und rund 43 Millionen Wohngebäuden in Deutschland sind erst etwa 13 Prozent der geeigneten Dächer belegt. Das Potenzial ist enorm. Und die Wirtschaftlichkeit war nie besser: Die Modulpreise sind 2026 um weitere 4,25 Prozent gesunken und liegen im Schnitt bei 1.015 Euro pro Kilowattpeak.

Gleichzeitig steigt der Strompreis. Diese Schere — fallende Anschaffungskosten, steigende Betriebskosten des Netzstroms — macht die Entscheidung für Solar Jahr für Jahr einfacher.

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